Fußballerinnen in den Medien: Mehr als nur ein Nebenschauplatz

Eine Vormachtstellung der Männer im Fußball wird zunehmend infrage gestellt, denn die Frauen erzielen mehr und mehr Erfolge am Spielfeld. Ein Beispiel ist die EM 2022, in der das Frauennationalteam es bis ins Viertelfinale schaffte. Ihre männlichen Kollegen verzeichnen das Erreichen des Achtelfinales in der EM 2021 als ihren größten Erfolg. Es bleibt also fraglich, welche Faktoren zu medialer Aufmerksamkeit führen, wenn es der sportliche Erfolg nicht ist.

„Du darfst als Frau nicht zu auffällig sein“

Maria Pernegger, Medienexpertin

(c) Susanne Einzenberger

Ohne Sichtbarkeit kein Sponsoring

Eine fehlende oder marginalisierte Repräsentation kann nämlich weitreichende Folgen haben. Sind Sportlerinnen nicht sichtbar, ist es für die Wirtschaft uninteressant, Gelder in sie zu investieren. „Eine mediale Sichtbarkeit ist essenziell, um Erfolge vermarkten zu können. Ein Erfolg, der unsichtbar ist, ist für das Sponsoring schlicht nicht attraktiv“, sagt Pernegger. Ein entscheidender Punkt dabei seien die Sponsoren: „Die Macht der Sponsoren darf nicht unterschätzt werden. Wer gesponsert und wie diese Person inszeniert wird, ist nicht unwesentlich“. 


„Ein Erfolg, der unsichtbar ist,
ist für das Sponsoring schlicht nicht attraktiv.“

– Maria Pernegger, Medienexpertin

Bühne, wem Bühne gebührt

Um den Erfolg des Frauen*fußballs voran zu treiben, ist es wichtig, ihnen eine Plattform zu bieten. „Erst wenn Frauen im Sport eine angemessene Bühne bekommen, können sie zeigen, was sie können“, sagt Pernegger. Medien haben ein enormes Potenzial, die gesellschaftliche Wahrnehmung einer Sportart zu formen. Werden die Großereignisse der Frauen also attraktiv aufbereitet, etwa durch Austragung in denselben beeindruckenden Spielstätten wie bei den Männern und samt spannendem Rahmenprogramm, steigt das mediale Interesse.

Die Verantwortung sieht Pernegger allerdings nicht allein bei den Medien, vielmehr können diese nur gemeinsam mit der Wirtschaft zum treiben Wandel werden: „Ich glaube, es ist eine unglaublich starke Mischung, wenn Medien etwas vorantreiben wollen und die Wirtschaft mit einem gewissen Druck dahinter steht“.

Mediale Sichtbarkeit macht den Unterschied

Für die langfristige Weiterentwicklung des Frauen*- und Mädchenfußball ist die Sichtbarkeit und Darstellung von Fußballerinnen einschneidend. Der Effekt von sichtbaren Vorbildern darf nicht unterschätzt werden, sagt Pernegger: „Was jemand anderer macht, ist für mich auch schaffbar. Denn es ist ein Weg, der schon beschritten wurde“.

Die brasilianische Fußballspielerin Marta Vieira da Silva spricht
über den Einfluss von medial sichtbaren weiblichen Role Models im Fußball.

Demnach ist es ausschlaggebend für die Zukunft des Mädchen- und Frauen*fußballs, mehr Frauen als Vorbilder in den Fußball zu bringen und sichtbar zu machen. Spielerinnen, die medial abgebildet werden. Weibliche Fans, die ihre Idole unterstützen. Trainerinnen, die zu Vorbildfunktionen für junge Mädchen werden. Funktionärinnen, die im Verband einen Wandel vorantreiben.

Das Interesse ist längst da